14. JULI 2022 19h30 MEPHISTA (Luisa Muhr & Gloria Damijan)

MEPHISTA

Luisa Muhr: Stimme, Bewegung, Konzept/Komposition

Gloria Damijan: Toy-Piano/Klavier/Percussion/Objekte

MEPHISTA ist ein interdisziplinäres Projekt, ein kontinuierlicher ‚Work-in-Progress‘. Es basiert auf einer Serie graphischer Notationen von Luisa Muhr und beschäftigt sich mit dem jüdisch-christlichen Konzept des ‚Bösen‘ aus weiblicher Perspektive. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Beschäftigung mit der in diesem Zusammenhang verwendeten Sprach -und Rollenbildern in Goethes ‚Faust‘. Luisa Muhr und Gloria Damijan werden sich, geleitet von Luisa Muhrs graphischer Partitur der Thematik auf strukturiert-improvisatorische Weise annähern.MEPHISTA fragt, wie das `Böse‘ aus der weiblichen Perspektive in Erscheinung tritt, was das spezifische dieser Perspektive ist. Welche Unterschiede ergeben sich aus dem Perspektivwechsel hinsichtlich der noch immer existierenden Tendenz, das physische Erscheinungsbild von Frauen gesellschaftlich im Sinne des Erhalts patriarchaler Strukturen gesellschaftlich zu vereinnahmen und als Projektionsfläche zu mussbrauchen. Welche Konsequenzen hat das obsessive Separieren von ‚Gut‘ und ‚Böse‘ im westlichen Kulturkreis auf die Gesellschaft und hier insbesondere für weibliche Personen. Hat es dazu geführt, dass Frauen oft Zielscheibe von Hass werden? Vor allem wenn sie

 

 

Gloria Damijan (extended Toy Pianos) und Luisa Muhr (Stimme, Bewegung) lernten sich 2020 im virtuellen Raum durch das ‚NowNetArts Lab Ensemble‘ kennen. Dieses wird von New York aus von der Dirigentin und Komponisten Sarah Weaver geleitet und hat sich im Zuge der Coronapandemie auf telematische Performances und die Weiterentwicklung der dazugehörigen Technologien spezialisiert.

Luisa Muhr und Gloria Damijan sind außerdem Mitglieder des ebenfalls telematisch sowie hybrid arbeitenden audiovisuellen Ensebles ‚Dilate Ensemble‘ (www.dilateensemble.com)


 

Luisa Muhr

Luisa Muhr ist eine interdisziplinäre Kunst-Schaffende (mit Schwerpunkt auf Stimme/Musik und Bewegungskunst), Performerin, Improvisatorin, Installationskünstlerin, Sound Künstlerin, Regisseurin, und experimentale Theatermacherin. Ursprünglich aus Österreich, Muhr lebt und arbeitet in New York, und findet ihr zu Hause in der experimentalen Kunst/Avant-Garde. Ihre Kreationen variieren von interdisziplinären Installations-Performance Arbeiten, experimenteller Musik und Theaterstücken, improvisierter Musik und Bewegung, Graphische Partituren und Kompositionen, über Video-Arbeiten und Oper. Muhr ist auch die Entwicklerin und Leiterin von Women Between Arts an der New School, New York’s leitender interdisziplinären Serie für Frauen/non-binären Künstler*nnen, ist Teil von der Improv-Band PlayField (577 Records, NY), der audio-visuellen Kollektiven Dilate Ensemble, NowNet Arts Lab Ensemble, und dem Bewegungschor Constellation Chor. Sie hat unter anderem Kommissionen vom Österreichischen Kulturforum New York und Roulette Intermedium in New York erhalten. Im Juni 2021 wurde Muhrs Werk „Babəl” im Roulette Intermedium uraufgeführt. Kollaborator*nnen inkludieren: Kenneth Goldsmith, Shelley Hirsch, Arturo O‘Farrill, John Zorn, und mit Constellation Chor: Claire Chase, Sarah Hennies, Ashley Fure, und die New York Philharmoniker.


Zusätzlich ist Muhr eine zertifizierte Deep Listening® Praktizierende (vom Center for Deep Listening nach Pauline Oliveros). Künstler Residencies inkludieren:  Pioneer Works (Musik), Chulitna Lodge (in Alaska), Rockefeller Pocantico Center (with Arturo O’Farrill), and CounterPulse San Francisco (with Dilate Ensemble). Namenswerte Stätten in denen Muhr in New York aufgetreten ist sind: Lincoln Center, The Getty Museum, Pioneer Works, Roulette Intermedium, National Sawdust, Rockefeller Center, das Österreichische Kulturforum NY, The Kitchen, Queens Museum, The Stone, Park Avenue Armory, Judson Memorial Church, Queenslab, The Albright Knox Art Gallery (Buffalo), und vielen anderen.

https://www.luisamuhr.com/

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sich bestimmten Rollenbilder widersetzen? Wie konnte es dazu kommen, dass in vielen Religionen Frauen für mangelnde Impulskontrolle von Männern verantwortlich gemacht werden? (Als historische Beispiele seien hier exemplarisch Hexenverbrennungen, jahrhunderterlanger Ausschluss von muskalischer Partizipation in katholischer und protestantischer Kirche erwähnt.)

All diesen Fragestellungen werden Luisa Muhr und Gloria Damijan in einem Abstraktionsprozess auf den Grund gehen.

MEPHISTA wird diese Fragen nicht vollends beantworten können aber durch das konsequente Durchspielen des Konzepts des ‚Bösen‘ aus weiblicher Sicht einen Denkanstoß geben und neue Perspektiven eröffnen.

 

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